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Macht im Hundetraining

  • info5714539
  • 5. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Apr.



Gesucht wird Hilfe, Beratung, Wissen und Anleitung. Es ist ein 8 Monate alter Hund, der den Schmetterlingen nachspringt, sobald er sie erblickt. Mit seinenn 30 Kilo kann das schon ordentliche Rucke in den Armen geben. Alle Ratschläge aus der Nachbarschaft haben nicht geholfen. Also wird entschieden, eine nahgelegenen Hundeschule aufzusuchen.


Der sonnige Tag verspricht, das Problem zu zeigen. Kaum ist die Begrüßung mit der zuständigen Hundetrainer:in erfolgt, zeigt sich - wie bestellt - ein gelber Schmetterling, der kreuz und quer fliegend über den Hundeplatz flattert. Der junge Hund gibt alles, um ihn zu erwischen.

Da stehen Sie also. Mit einem ruckenden Hund an der Leine und einem angespannten Gefühl.

"Da müssen Sie konsequenter sein", kommt es von der Trainer:in, und zischt den Hund an, während dieser sich wegduckt.

Sie nicken, obwohl Unbehagen aufsteigt.

Noch bevor Sie eine Frage stellen können, erfolgen ungefragt persönliche Bewertungen. Dieses Verhalten geht gar nicht, das muss sofort unterbunden werden. Sie müssten energischer durchgreifen, ohne dominates Auftreten wird das nichts. Der Hund tanzt ihnen jetzt schon auf der Nase herum.

"Geben Sie mir mal die Leine" - hier ist es keine Frage sondern eine klare Anweisung.

Ohne weiteres Zögern nimmt die Trainerperson Ihren Hund. Kurze Leine, körperlich bedrängt, in Position geschoben. Es wird geruckt, sich vor den Hund gestellt, Begrenzung gegeben. "Sie müssen Ihren Raum verwalten", heißt es zudem. Leicht betreten stehen Sie daneben. Sie bekommen die Leine zurück- mit dem ebenso betretenen Hund.

Das Brustgeschirr sein ungeeignet. Ein Halsband mit Zugstopp wird empfohlen - um den Hund "in den Griff zu bekommen". Ein kurzer Ruck, dann wird das schon. Man klopft Ihnen auf die Schulter.

Andere Trainingsmethoden werden direkt mit abgewertet, zur eigenen Positionierung. Sie gehen nach Hause mit einem zweiten Termin für die nächste Stunde.


Wenn sich Training nicht richtig anfühlt


Diese Geschichte ist ein erfundenes Beispiel, beruhend auf Erzählungen meiner Kund:innen, die manchmal von woanders zu mir finden. Vielleicht haben Sie dies so ähnlich auch schon einmal erlebt. Dass Sie nach einer Trainingsstunde nciht gestärkt, sondern kleiner nach Hause gehen. Dass Sie sich mehr falsch als unterstützt fühlen.

Der Hund muss hören- – funktionieren – und Sie am besten gleich mit.


Macht im Hundetraining


Was so oft wie Anleitung oder oder Fachwissen aussieht, hat manchmal eine andere Seite:

Macht

Und dort, wo Macht nicht bewusst eingesetzt wird, beginnt sie Schaden anzurichten, nicht nur beim Hund, sondern auch bei den Menschen am anderen Ende der Leine.


Woran Sie Machtmissbrauch erkennen


Machtmissbrauch beginnt oft leise. Nicht unbdingt durch Lautstärke, sondern durch Haltung. Wenn Ihnen vermittelt wird, das Ihr Gefühl nicht richtig ist, wenn Sie sich nicht trauen, Fragen zu stellen, wenn Entscheidungen über Ihren Kopf hinweg getroffen werden.

Konkreter::

• Ihnen wird gesagt, dass Ihr Hund " so nicht in Ordnung ist" ohne zu erklären warum.

• Ihre Kompetenz wird in Frage gestellt, mit Sätzen wie " Sie verstehen Ihren Hund nicht".

• Es wird Druck aufgebaut, sofort handeln zu müssen.

• Ihr Hund wird ungefragt angefasst, korrigiert oder in Situationen gebracht, die Angst auslösen.

• Methoden werden angewendet, die Sie innerlich ablehnen.

• Andere Trainingswege werden pauschal schlecht gemacht.


Besonders kritisch ist die Grenzüberschreitung indem Ihnen die Leine genommen wird, ohne zu fragen.Sie werden übergangen, Ihr Hund wird körperlich manipuliert.


Was das mit Menschen macht


Machtmissbrauch richtet sich somit nicht nur gegen den Hund, sondern trifft den Menschen dahinter. In Situationen in denen Menschen Hilfe suchen, weil sie nichtt mehr weiter wissen und es richtig machen wollen, entsteht Verletzlichkeit.

Werden Sie dann mit Schuldzuweisung und Infragestellen Ihrer Wahrnehmung empfangen, entsteht Unsicherheit anstatt Zuversicht. Die eigene Einschätzung beginnt zu wanken.

Unsicherheit lässt Kunden bleiben – nicht, weil sie es nicht merken, sondern wiel sie denken, man müsse da jetzt durch.


Eine Branche ohne einheitliche Ausbildung


Von Menschen mti fundierter Ausbildung, Fachwissen und einem klaren Verständnis für Lernverhalten und emotionale Prozesse, bis hin zu Personen, die sich ihr Wissen ausschließlich selbst aneignen und wenig reflektieren, finden Sie eine große Bandbreite an Hundetrainer:innen.

Wo Wissen fehlt, wir oft über Auftreten gearbeitet. Über Kontorlle oder über Dominanz. und genau dort entsteht ein Nährboden für Machtmissbrauch.


Woran erkennen Sie gesunde Zusammenarbeit ?


Ein Trainer:in sollte erklären können, wie das Training strukturiert wird. Ihnen Sicherheit geben und nicht nehmen. Fragen zu Ihrem Alltag stellen, zu Ihren Zielen und Ihrem Hund. Sie kennenlernen wollen und Raum für Ihre Fragen lassen.

Ihre Selbstzweifel sind in Ordnung und finden dort keine Abwertung. Sie werden ernst genommen ohne das Ihre Kompetenz in Frage gestellt wird. Ihr Hund wird als fühlendes Individuum gesehen und danach wird das Training ausgerichtet.


Wie möchten Sie mit Ihrem Hund lernen ?


Wenn Sie ein schleches Bauchgefühl haben, dürfen Sie darauf hören. Es sollte selbstverständlch sein, in einer Hundeschule lernen zu dürfen. Fehler machen zu dürfen, ohne beschämt zu werden. Machtmissbrauch kommt im Hundetraining leider vor. Nicht immer offensichtlich, aber spürbar und ungute Gefühle sind oft der erste Hinweis.


Sie sind nicht nur Teilnehmer sondern auch Kunde oder Kundin..

Sie entscheiden, wo Sie trainieren – und wie !




 
 
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