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24/7 bedürfnisorientiert

  • info5714539
  • 2. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit


Beürfnisorientiert bewegen wir uns gerne durch den Tag. Notwendigkeiten werden halt erledigt, glücklich kann sich jeder schätzen der mit Freude seiner Arbeit nachgeht und diese im autotelischen Sinn erfüllent ist. Quais ohne von äußeren Umständen wie Anerkennung oder anderweitigen Belohnungen abhängt.

Doch nicht jeder hat dieses Glück. Menschen suchen daher nach Auszeiten, die ihnen gut tun, die sich richtig anfühlen – bedeutungsvoll sind und den eigenen Akku wieder aufladen.


Hunden geht es dabei nicht anders


Auch sie erleben mitunter physich und psychisch anspruchsvolle Lebensabschnitte. Nicht nur vergangene Erfahrungen, die sich als Erinnerungsspur eingeprägt haben können Angst auslösen, auch das unmittelbare Lebensumfeld kann Ängstlickheit fördern. Ein Hund, der geräuschempfindlich ist und an einer stark befahrenen Hauptstraße wohnt, lebt täglich unter Reizen, die er nicht wählen kann. Auch Erwartungsdruck im Training, oder gar Hundesport, der eher dem Menschen gefällt als dem Hund, oder gar Training unter Strafmaß können sehr belastend wirken.

Was Hunden gut tut, haben sie nicht zu entscheiden.


Genau hier setzt bedürfnisorientiertes Hundetraining an. Es bedeutet, eine Richtung zu wählen die zu einer Art Balance führt, zwischen der Toleranz des Hundes ein artfremdes Leben zu führen, und den Möglichkeiten, sich dennoch im Lebensraum Mensch wie ein Hund verhalten zu dürfen.


bedürfnisorientiert - ein schwammiger Begriff ?


Für manche wirkt das Wort "bedürfnisorientiert" zunächst schwammig, selbst wenn man es gut meint.

Machmal entsteht sogar Druck im Umgang mit dem Hund. Viele fragen sich "Muss ich wirklich zu jedem Laternenpfahl laufen, jede Schnüffelstelle ermöglichen und 24/7 aufmerksam sein?" Darf ich Bedürfnisse nicht sehen und was passiert, wenn ich sie nicht gesehen habe? Leidet unsere Beziehung darunter?

Das sind reale Fragen die mir gestellt werden.


Glücklicherweise hat das Wort damit nur indirekt zu tun


Bedürfnisse des Hundes zu erkennen, Wahlmöglichkeiten zu schaffen, Emotionen einzuordnen und Verhalten sinnvoll zu begleiten, ist tief gehendes Trainingswissen. Ein beschreibendes Wort für komplexe Abläufe, bei denen es uns gelingt, den Verhaltensausdruck des Hundes zu verstehen, Emotionen zuordnen und passende Wege zwischen Erfüllung, Management und Training zu finden.

Gerade im Alltag - insbesondere bei der Leinenführung - spielt dieses Wissen eine große Rolle. All diese Puzzleteile helfen uns, auf Bedürfnisse direkt oder indirekt reagieren zu können und dem Hund Stabilität zu geben.


Emotionale Stabilität


Ganz gleich wie eine Situation ausgeht, wichtig ist, selbst emotional stabil zu bleiben. Das ist ein entscheidender Punkt, um Möglichkeiten für den Hund zu schaffen, die gut sind – für das Tier und für ein entspanntes Miteinander.


Auch wenn man sich geärgert hat – über den vierbeinigen Begleiter.

Wenn der Arm weh tut, weil der kräftige Hund mal wieder zur Seite gesprungen ist. Gleichbleibend in freundllcher und wohlwollender Weise zu reagieren, ist nicht immer leicht.

Alternativverhalten, die in solchen Momenten Stabilität geben, schützen uns vor der eigenen Hilflosigkeit.

Bedürfnisorientiertets Trainining bedeutet eben nicht an jeden Laternenpfahl zu stürzen, sobald der Hund Witterung aufgenommen hat. Es bezieht sich auf die Balance und unsere eigene mentale Stabilität.


Bedürfnisse können viele Wünsche sein


Bedürfnisse können sich wie viele kleine Wünsche zeigen. Das Bedürfnis nach Erkundung ist bei jedem Hund vorhanden – aber unterschiedlichg stark ausgeprägt.

Gerade bei einem explorativen Hundetyp lautert gefühlt auf jedem Quadratzentimeter etwas Interessantes. Bevor man sich versieht, hat der Hund sich bereits von links nach rechts geschnüffelt.

Das kann mental anspruchsvoll sein, die Kombination von Alternativen, Management und Wunscherfüller abzuwägen ist eine große Kunst. Und nicht jeder möchte und kann diese Aufmerksamkeitsspanne dauerhaft leisten.


Wünsche können nicht 24/7 erfüllt werden


Eine Alternative im Hier und Jetzt rettet manchmal die Stimmung. Die Spieleinlage an der Hauptstraße muss leider ausfallen, dafür git es am Nachmittag Sozialkontakt mit der Nachbarshündin. So kann bedürfnisorientertes Training aussehen.


Guter Wille reicht manchmal nicht über die Wortwahl hinaus


Manche Trainingsformen packen Straffreiheit mit unter den Begriff "bedürfnisorientiert". Das ist fragwürdig. Auch bei ungewünschtem Verhalten ausschließlich passiv zu bleiben, ist mit diesem Begriff nicht gemeint. Sich beispielsweise einfach wartend hinzustellen, bis der Hund aufhört zu toben, ist eher eine Stressbegleitung als bedürfnisorientiertes Training.

Zu erkennen wann Stress das Geschehen dominiert und der Hund Unterstützung braucht, gehört ebenfalls zu einer bedürfnisorientierten Trainingsform. Stresserleben ausgesetzt zu sein, ausgeliefert zu durchlaufen, ist keine Bedürfnis. Es löst anhaltende körperliche Prozesse aus, die im Hund negativ nachwirken, selbst wenn man längst wieder Zuhause ist. Hier entsteht ein Schaden im Rahmen der täglichen Wiederholung.


Zu guter Letzt


Bedürfnisorientierts Training ist komplex.

Es fühlt sich gut für den Hund an und kommt Ihrer Lebensgemeinschaft zugute. Ein zufriedener Hund ist eher ein ausgeglichener Hund. Im Dschungel sozialer Medien finden sich viele Angebote zu bedürfnisorientiertem Training. Sollten Sie auf der Suche nach einer Trainingsmöglichkeit sein, haken Sie nach, welches Gedankengut dahinter steht, und prüfen Sie, ob die Bedürfnisse Ihres Hundes damit berücksichtigt werden.

Es ist Ihr Hund – Sie entscheiden.




 
 
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