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Kümmern – das unterschätze Lebenselixier

  • info5714539
  • 3. Nov.
  • 3 Min. Lesezeit

Worte verändern unser Denkweise – und unser Handeln


Wir reden oft davon, unsere Hunde gut zu versorgen. Doch was, wenn das nicht ausreicht – es klingt doch ausreichend gut. Das ist es in der Tat, aber reicht das wirklich ?


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Was stellen Sie sich unter "Versorgen" vor? Was sagt dieser Begriff aus und in welche Richtung beeinflusst er unsere Beziehung zum Hund ? Nach welchen Kriterien ist eine Versorgung eigendlich gut oder schlecht für einen Hund ?

Wer sich an der Tierschutz - Hundeverordnung orientiert, findet in §2 unter den allgemeinen Anforderungen, was eine Versorgung des Tieres beschreibt. Auch das Wort versorgen ist zu lesen.


Eine Versorgung ist wichtig – ein Mindestmaß, überprüfbar. Sie stellt eine existenzielle Grundlage da, damit ein Tier nicht hungert, ausreichend Platz und Bewegung erhält.

Doch liest man etwas weiter, wird der emphohlene Umgang mit dem Hund schwieriger zu interpretieren. In § 2 Absatz 1 und 3 heißt es, dass ein Hund täglich mehrmals die Möglichkeit zum längeren dauernden Umgang mit einer Betreuungsperson haben soll, um sein Gemeinschaftsbedürfnis zu befriedigen – Punkt.


Der Begriff "Versorgung"


Der Begriff Versorgung hat sich im Laufe der Jahre im verwaltendem Sprachgebrauch funktionalisiert – ein Wort mit Verpflichtungscharakter, um sicherzustellen, dass etwas erledigt werden soll.

Er ist verwandt mit dem lateinischen Wort provisio – "Bereitstellung" – und beschreibt genau das: rationl überprüfbar, zielerfüllend, sachlich.

Es ist in jedem Fall ein gutes Niveau, das wir – im Vergleich zu vielen anderen Ländern unseren Hunden bieten.


Wass wäre, jedoch wenn ...?


Stellen Sie sich vor, im Tierschutzgesetz stünde:

"Um einen Hund ist sich mehrmals täglich, je nach Verhalten und Hundetyp, ausreichend zu kümmern."

Was würde das mit unserer Denkweise machen ? Wie würden wir über Hunde, über Verantwortung und über Beziehung sprechen, wenn der Begriff Kümmern häufiger im Mittelpunkt stünde, als Training oder Erziehung ?

Auch wenn die Versorgung notwendig bleibt – sich um einen Hund zu kümmern gibt seinem Dasein Sinn und Freude.


Kümmern – die Grundlage seelischer Gesundheit

Sich zu Kümmern bedeutet, Zuwendung zu schenken und aufmerksam zu sein. Ganz gleich, um wen oder was man sich kümmert -– es bezieht sich immer auf ein erfülltes Leben.

Die Bedürfnisse des Anderen werden gesehen. Der Hund darf Hund sein.

Wenn der Jagdhund schnüffelt und wittert und der Hütehund sein Umgebung beobachten darf, ohne dass wir gleich an unserer Erziehung zweifeln, dann sind wir nicht nur Versorger:innen, sondern wir kümmern uns um ihr Wohlbefinden – etwas, das nirgendwo aufgeschrieben ist.


Zwischen Sein und Tun


Man kann Zeit mit seinem Hund verbringen, ohne sich wirklich zu kümmern. Man kann Beschäftigungen erfinden, Trainingseinheiten planen oder Hundesport betreiben – und sich dennoch nicht wahrhaftig kümmern.

Man kann seinen Hund neben sich ablegen und Zeitung lesen, ohne sich zu fragen wie er sich dabei fühlt.

Kümmern – das ist mehr als Funktion, mehr als Pflichterfüllung. Es ist eine innere Haltung.


Aus Pädagogik und Ethik


In der Pädagogik wie auch in der Ethik gilt Kümmern als beziehungsbezogener Begriff. Er beschreibt das aufmerksame, empathische Eingehen auf die Bedürfnisse von Lebewesen.

Sich zu kümmern wirkt nährend auf alle körperlichen Systeme – die biologische Uhr, den Stoffwechsel, und die Organfunktionen. Alles läuft harmonischer, ausbalancierter, das Leben kann optimal funktionieren. Und ja – es wirkt sich lebensverlängernd auf unsere Vierbeiner aus.


Ich hoffe, Sie haben jetzt einen kleinen Ohrwurm bekommen – und Lust, sich gleich um Ihren Hund zu kümmern.

Bis bald – ich schaue jetzt mal, wie es meinen Hunde geht und...... mich.




 
 
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