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DER SCHLECHT GEBUNDENE HUND ODER AUCH DAS TÄGLICHE DILEMMA IN DER HUNDEWELT

  • info5714539
  • 21. Okt.
  • 2 Min. Lesezeit

Wenn Hundebesitzern erzählt wird :“Dein ein Hund hat aber eine schlechte Bindung, der hört ja garnicht!“ melden sie sich verunsichert in der Hundeschule an.

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Wenn es dann richtig unglücklich läuft, wird diese Behauptung-  vom sich so bezeichnenden „Hundetrainer:in“ bestätigen.

Es ist ein praktisches Ausweichmanöver einem Hund mit diesem Stempel „schlechte Bindung“ zu begegnen.

Denn durch die Schuldzuweisung kann die Verantwortung für ungewünschtes Verhalten auf den Hund geschoben werden. Dadurch ist jeder Trainer:in von seiner Pflicht entlastet ein wirklich methodisch fundiertes Training zu leisten.


Welches Verhalten vermissen Menschen wenn sie das Wort als Beschreibung nutzen- denn die  Abhängigkeit eines Hundes von seinem Menschen ist zu jeder Zeit gegeben?

Der Hund ist in allen Lebensbereichen auf seinen Menschen angewiesen und von seiner Gunst und gutem Willen abhängig. Was wollen wir also noch vom Hund, er ist bereits ausnahmslos gebunden. Was soll also eine „fehlende Bindung“ an dieser Stelle sein?

Man könnte vermuten das Bindungswort ist zum Synonym für ungewünschtes Verhalten geworden.

Schlechte Bindung als „Fehler“ beim Hund zu suchen, erspart das genaue Hinschauen, welche Emotion ein ungewünschtes Verhalten tatsächlich antreibt.


Es werden zum Leid des Hundes, in diesen Fällen, menschlich geprägte simple Lösungsprozesse herangezogen, die keine Lernprozesse gestalten.

Damit der Hund  eine bessere Bindung fühlt, mehr Zuwendung zum Menschen hin zeigt- ohne das der Mensch etwas an seinem Verhalten verändert, ist der Entzug von Existenzgrundlagen eine häufige Empfehlung.

RatSCHLÄGE, wie Handfütterung aller Mahlzeiten, oder Spaßprogramme streichen, kein Spiel ohne Unterordnung, die maximale Bewegungskontrolle setzt ein. Bewegt der Hund sich ungewünscht wird er geknufft, gestupst gedrückt, bis er irgendwie in das Raster „gute Beziehung“ passt. Es entsteht eine angstvolle Abhängigkeit, der Hund macht leider keine Lernerfahrung sich in verschiedenen Situationen sicher und gelassen zu fühlen.


Wenn wir auf der menschlichen Ebene bleiben- aus der das Wort der Bindung stammt, würde keine Person sich derart behandeln lassen und daraufhin von einer guten Bindung sprechen. Keine Person zu der wir uns eine gute Beziehung wünschen, würde eine derartige Abhängigkeit-  gespickt durch Sanktionen und Strafen dulden.... kurios oder, das sowas mit Hunden als richtig empfunden wird ?


Kurzum Hunde werden pathologisiert, (der Hund wird vermenschlicht) – hängt nicht genug am Menschen“ soll kein Hund sein und sich nicht wie eine andere Spezies verhalten sondern dem menschlichen Leben bedingungslos hinterherlaufen.

Besitzer lassen sich durch das Bindungswort verunsichern und in den Glauben versetzt ihr Hund sei falsch so wie er ist.

Der Bindungsbegriff wird zu einem praktischen und irreführendem Erklärungsmodell, das die Verantwortung vom Trainer:in wegschiebt und den Fehler beim Hund oder der „Beziehung“ sieht.


Professionell wäre dagegen, die emotionale Grundlage eines ungewünschten Verhaltens zu erkennen und dem Hund eine Lernplattform anzubieten in der er in belohnungsorientierten Trainingsschritten neues, gewünschtes Verhalten erlernen kann, welches daraufhin zu einer Zufriedenheit auf beiden Seiten führt.

Können Sie mit Ihrem Hund die Rollen tauschen- wären Sie dabei entspannt und zufrieden in Ihrer Angebundenheit?  Das sollte unser Leitsatz sein wenn es um eine gute Bindung geht.

 
 
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